Die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt des Kosovo, RTK (Radio Televizioni i Kosovës), hat eine kritische Reportage über den Religionsunterricht im Presheva-Tal veröffentlicht. Der Religionsunterricht ist im Presheva-Tal ein Wahlfach. Die Kinder dürfen somit zwischen dem Religionsunterricht und der Staatskunde wählen. Weil sich die Mehrheit für den Religionsunterricht entscheidet, fällt i.d.R. das Wahlfach «Staatskunde» aus und Schüler, die sich eigentlich gegen den Religionsunterricht entschieden haben, müssen trotzdem am Unterricht teilnehmen. Die Schüler werden dabei von ausgebildeten Imamen unterrichtet. Sie lernen die Säulen des Islams, die islamische Geschichte und das Leben des Propheten Mohammed.
RTK und andere Kritiker machen sich sorgen über die religiöse Indoktrinierung der Kinder. Wer jedoch schon einmal im Presheva-Tal vor Ort war, weiss, dass dort die Mehrheit der Kinder auch die Koranschule in der Moschee besucht. Die Kinder werden sowohl in der Moschee als auch an der Schule von denselben Imamen unterrichtet. Die Koranschule konzentriert sich insbesondere auf das Rezitieren und Verstehen des Heiligen Koran, während im Religionsunterricht vielmehr die islamische Geschichte im Vordergrund steht. Und in einer homogenen Gesellschaft, wie wir sie dort vorfinden, stellt der einseitige Religionsunterricht kein Problem dar, denn die Serben ihrerseits besuchen ebenfalls den Religionsunterricht, über den christlich-orthodoxen Glauben versteht sich. (Shqip News)
Erstellt: 16.12.2017, 11:26 Uhr